Landesklinikum in Stockerau, aber zeitnah Pflegecampus und Tagesklinik in Hollabrunn
Niederösterreich entscheidet sich für Stockerau als Standort des neuen Klinikums Weinviertel Süd. Für Hollabrunn bedeutet das: ein neues Ambulatorium und ein einzigartiger Gesundheits- und Pflegecampus schon in Kürze - als Investition in die Zukunft der Region.
-21.04.2026
"Natürlich bin ich enttäuscht, dass das neue Klinikum nicht nach Hollabrunn kommt. Unser Konzept war durchdacht, die Lösung wäre sehr gut für das gesamte westliche Weinviertel gewesen", erklärt BGM Ing. Alfred Babinsky nach der Bekanntgabe. "Ich bin allerdings auch überzeugt: Was Hollabrunn nun bekommt, ist eine echte Chance. Hier entsteht ein neues Gesundheitszentrum - jetzt, und nicht erst in zehn oder 15 Jahren! - während das Krankenhaus bis zur Fertigstellung des neuen Klinikums auch noch bestehen bleibt. Das wird ein struktureller und wirtschaftlicher Impuls für unsere gesamte Region sein." Klar ist für den Stadtchef auch: "Dass Hollabrunn heute mit einem starken und sofort realisierbaren Paket dasteht, ist auch das Ergebnis des professionellen Prozesses, den wir gemeinsam mit der Privatstiftung Weinviertler Sparkasse angestoßen haben. Ohne diese Vorarbeit wäre das Ergebnis für unsere Stadt möglicherweise ein anderes gewesen. Danke dafür!"
Landesklinikum Weinviertel-Süd in Stockerau / Alte Au
Das neue Spital mit regionalen Schwerpunktfunktionen wird in Stockerau entstehen und ist ein wesentlicher Kernpunkt des "Gesundheitsplans 2040+", der im Vorjahr im NÖ Landtag beschlossen wurde. Vorgesehen sind rund 700 Betten sowie 100 ambulante Betreuungsplätze. Bis das Spital in Betrieb gehen kann, werden laut Informationen des Landes zehn bis 15 Jahre vergehen. Bis dahin bleiben die Kliniken Stockerau, Hollabrunn und Korneuburg erhalten.
Ein einzigartiges Gesundheitszentrum in Hollabrunn
Im Rahmen des Gesundheitsplans 2040+ wurden für Hollabrunn zwei ergänzende Projekte beschlossen, die unmittelbar und als Neubau realisiert werden sollen - zusätzlich zu den bestehenden Strukturen des Krankenhauses Hollabrunn, das bis zur vollständigen Umsetzung des neuen Klinikums unverändert weiter besteht:
1. Neues Ambulatorium mit Tagesklinik
In Hollabrunn entsteht ein modernes Ambulatorium, das erstklassige fachärztliche Leistungen und tagesklinische Eingriffe direkt vor Ort ermöglicht. Das Angebot umfasst im Einzelnen:
• Operationsmöglichkeiten für kleinere Eingriffe: Konisationen, Kürettagen, Polyp-Abtragungen, Hysteroskopien und Laparoskopien
• Ein Frauengesundheitszentrum mit gynäkologischer Vorsorge, Diagnostik sowie Leistungen rund um Schwangerschaft und Wochenbett
• Zahlreiche weitere Facharztleistungen in verschiedenen Disziplinen
2. Gesundheits- und Pflegecampus Hollabrunn - 288 Betten, einzigartig in Österreich
Noch bedeutsamer ist der geplante Gesundheits- und Pflegecampus, der laut Landesregierung in seiner Größe und Leistungsbreite einzigartig in ganz Österreich sein wird und überregionale Bedeutung für das östliche Niederösterreich erhält. Er umfasst insgesamt 288 neue Betten und Plätze - alle zusätzlich zu den bestehenden Kapazitäten:
• Pflege- und Betreuungszentrum mit 144 Betten - eines der größten Häuser dieser Art in der Ostregion (aktuell 74)
• Psychosoziales Zentrum mit 72 Betten in der ersten Ausbaustufe und weiteren 36 Plätzen in einer zweiten Stufe - das größte Angebot an psychiatrischen Pflegeleistungen in der gesamten Region (aktuell 51)
• Mutter-Kind-Haus mit bis zu 16 Plätzen (aktuell 8)
• Tagesstätte für Senior:innen mit bis zu 20 Plätzen (aktuell 0)
Primärversorgungseinheit (PVE) für die allgemeinmedizinische Grundversorgung
Außerdem wird in Hollabrunn, wie in allen Bezirkshauptstädten des Weinviertels, eine Primärversorgungseinheit eingerichtet, die allgemeinmedizinische Leistungen sowie die allgemeine Erst- und Akutversorgung sicherstellen wird.
Wegbereiter und Partner Privatstiftung
Eine entscheidende Rolle im Vorfeld spielte die Privatstiftung der Weinviertler Sparkasse. In Kooperation mit der Stadtgemeinde Hollabrunn finanzierte sie die unabhängige Standortstudie, mit der Hollabrunn seine Argumentation gegenüber der Standortkommission fundiert und transparent untermauern konnte.
Die Privatstiftung der Weinviertler Sparkasse hat bereits ihre Bereitschaft signalisiert auch das neue Projekt in Hollabrunn zu begleiten und zu unterstützen. Damit bleibt sie ein verlässlicher Partner für die gesundheitliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Foto1: BGM Alfred Babinsky, Credit: Lorent Buttinger
Foto2 Credit: pixabay.com
zurück